Am 3. Mai feiert die Welt den Tag der Sonne. Was 1978 mit einer Idee aus den USA und einem Federstrich von US-Präsident Jimmy Carter begann, ist heute der wohl wichtigste Aktionstag für erneuerbare Energien in Europa. Und gerade Österreich hat in den vergangenen 40 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt – vom belächelten Außenseiter zur Pro-Kopf-Spitzenklasse beim PV-Ausbau. Wir blicken zurück, ordnen ein, wo Salzburg und Tirol heute stehen, und werfen einen Blick auf das, was 2026 noch kommt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist der Tag der Sonne?
- Die ganz frühen Anfänge: 1839 bis 1978
- Österreichs PV-Geschichte in fünf Phasen
- Wo Salzburg und Tirol heute stehen
- Was 2026 anders macht
- Was du zum Tag der Sonne tun kannst
- Fazit

Was ist der Tag der Sonne?
Der Tag der Sonne geht zurück auf den US-amerikanischen Umweltschützer Denis Hayes – denselben Mann, der 1970 den Earth Day mitbegründet hat. Hayes leitete unter US-Präsident Jimmy Carter das Solar Energy Research Institute und wollte einen eigenen Aktionstag für die Solarenergie. Am 27. März 1978 wurde dieser Wunsch Realität: Public Law 95–253 erklärte den 3. Mai offiziell zum Sun Day.
In Österreich nahm die Idee 2002 Fahrt auf: Roger Hackstock, Geschäftsführer von Austria Solar, initiierte gemeinsam mit Klimabündnis Österreich den „Europäischen Tag der Sonne“. In Hochzeiten fanden in 16 Ländern über 7.000 Solar-Veranstaltungen pro Jahr statt – allein in Österreich rund 400. Und auch wenn die Aktion in der ursprünglichen Form ausgelaufen ist: Der 3. Mai bleibt der Tag, an dem in Gemeinden, Schulen und bei Energieversorgern die Sonne im Mittelpunkt steht.
Die ganz frühen Anfänge: 1839 bis 1978
Die Geschichte der Photovoltaik beginnt erstaunlich früh. 1839 entdeckte der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel den photoelektrischen Effekt – die Grundlage jeder Solarzelle. 1905 erklärte Albert Einstein den Effekt physikalisch und bekam dafür 1921 den Nobelpreis. Schon Werner von Siemens prophezeite damals, dass die Sonne als Energiequelle einmal große Bedeutung haben würde. Recht hat er gehabt – auch wenn es noch ein gutes Jahrhundert dauern sollte.
1978 wurde weltweit zum ersten Mal Strom aus einer PV-Anlage in ein öffentliches Netz eingespeist. Im selben Jahr beschloss Carter den Sun Day. Die Sonne war damit politisch und technisch angekommen – auch wenn die ersten Module noch eine Effizienz von unter 10 % hatten und Tausende Dollar pro Watt kosteten.
Österreichs PV-Geschichte in fünf Phasen
Phase 1: Die Pionier-Jahre (1980er bis 2001)
Die ersten PV-Anlagen in Österreich waren typischerweise Inselanlagen auf Berghütten, abgelegenen Almen, Wetterstationen oder Schutzhütten in Salzburg und Tirol – überall dort, wo der Stromnetzanschluss zu teuer war. Wer schon damals eine PV-Anlage am Hausdach hatte, war im wahrsten Sinne Pionier. Die Technologie war teuer, ineffizient und galt als grünes Kuriosum.
Phase 2: Ökostromgesetz und erste Förderungen (2002 bis 2009)
2002 änderte das Ökostromgesetz alles. Erstmals gab es garantierte Einspeisetarife – die Wirtschaftlichkeit für Private wurde rechenbar. Im selben Jahr startete Roger Hackstock den österreichischen Tag der Sonne. Das Klima- und Energiefonds-Förderprogramm für Private kam 2008 dazu. Die installierte Leistung wuchs langsam, aber kontinuierlich, blieb aber unter 100 MWp österreichweit.
Phase 3: Der erste Boom (2010 bis 2014)
2010 war das erste echte Boomjahr mit rund 80 MWp Zubau. 2012 wurde mit dem novellierten Ökostromgesetz das Förderbudget von 2,1 auf 8 Millionen Euro erhöht – allein in diesem Jahr kamen 230 MWp dazu, die kumulierte Leistung erreichte 420 MWp. Damals waren PV-Anlagen noch hauptsächlich Investitionen mit reinem Einspeise-Fokus. Eigenverbrauch und Speicher spielten eine Nebenrolle.
Phase 4: Wachstum und Marktreife (2015 bis 2021)
In diesen Jahren ging der Ausbau zwar weiter, aber gemächlich. 2017 erreichte Österreich erstmals 1 GWp installierte Leistung. Hauptthemen waren Eigenverbrauchsoptimierung, Speicher als Massenprodukt und die langsame Anpassung der Netze. Der Hype war abgeflaut, das Geschäft etabliert.
Phase 5: Der Mega-Boom (2022 bis heute)
Mit dem Ukraine-Krieg 2022 explodierten die Strompreise – und mit ihnen die Nachfrage nach PV-Anlagen. Module waren monatelang nicht lieferbar, Wartelisten reichten ein Jahr in die Zukunft. 2023 wurden in Österreich 140.000 neue PV-Anlagen mit insgesamt 2,5 GW Leistung in Betrieb genommen – laut E-Control entspricht das in einem Jahr der gesamten installierten Leistung aller Donau-Kraftwerke. „Als ob wir die gesamte Donau in einem Jahr ausgebaut hätten“, kommentierte das E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch.
Heute decken erneuerbare Energien rund 92 % des österreichischen Stromverbrauchs ab – ein Wert, von dem viele Länder nur träumen können. Detaillierte Marktdaten findest du auf der Datenseite von PV Austria oder im offiziellen Bericht auf energie.gv.at.
Wo Salzburg und Tirol heute stehen
Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark sind beim absoluten PV-Ausbau führend – einfach wegen der Flächen. Salzburg und Tirol liegen im Mittelfeld, holen aber kontinuierlich auf. Laut Dashboard von PV Austria wurden in Salzburg bis 2024 bereits rund 43 % der laut ÖNIP bis 2030 benötigten PV-Leistung installiert – Tendenz steigend.
Was uns dabei besonders gefällt: Der Anteil der privaten Anlagen ist überdurchschnittlich hoch. PV ist in den Bezirken Pinzgau, Pongau, Tennengau und Tiroler Unterland längst nicht mehr Nische, sondern Standard. Auch architektonisch hat sich viel getan: Glas-Glas-Module sind 2026 quasi Standard, dunkle Vollflächendach-Lösungen oder Indach-Systeme sind ästhetisch oft kaum noch vom Ziegel zu unterscheiden. Mehr dazu in unserem Beitrag Warum Glas-Glas Module im Jahr 2026 Standard werden.
Was 2026 anders macht: ElWG und Strom-Nachbarschaften
Wer die kommenden zwölf Monate im Blick hat, sieht die nächste Phase schon am Horizont: das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) mit dem Start des Peer-to-Peer-Energiehandels im Oktober 2026. Erstmals dürfen private PV-Besitzer ihren Strom direkt an Nachbarn in derselben Strom-Nachbarschaft verkaufen – ohne Vereinsgründung, ohne Mindestmitgliederzahl, mit klaren regulatorischen Spielregeln.
Wir bei Energie Autonom bauen genau dafür die G’SCHEIDSTROM Community auf. Was das genau heißt, welche Vorteile sich für PV-Besitzer und Stromkunden ergeben und wie der Onboarding-Prozess in Salzburg und Tirol abläuft, kannst du dort im Detail nachlesen. Wer noch Hintergrund zum gesetzlichen Rahmen sucht, findet das in unserem Artikel Fokus Netz: ElWG 2026 für PV-Betreiber in Österreich.
Was du zum Tag der Sonne tun kannst
Drei Dinge, die genau heute Sinn machen:
1. Einen ehrlichen Blick auf deine PV-Anlage werfen. Wann war die letzte Wartung? Sind die Erträge gut? Unsere 7-Punkte-Checkliste für den Frühlings-Check hilft dir dabei.
2. Über die nächste Stufe nachdenken. Speicher nachrüsten, Wärmepumpe smart steuern, E-Auto mit PV-Überschuss laden – die meisten Anlagen können heute mehr, als ihre Besitzer wissen.
3. Anmelden für die Strom-Nachbarschaft. Auf gscheidstrom.at kannst du dich für die erste Welle ab Oktober 2026 vormerken lassen.
Fazit
Der Tag der Sonne ist kein bloßer Symbol-Termin – er ist ein guter Anlass, einmal innezuhalten und sich klarzumachen, was in Österreich seit 1978 entstanden ist: Aus einer kuriosen Pioniertechnologie ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Stromerzeugungsart geworden. Salzburg und Tirol haben dabei vom belächelten Hochlandstandort zum verlässlichen Sonnenstrom-Lieferanten geschafft. Und wenn 2026 mit dem ElWG und der G’SCHEIDSTROM Community die nächste Stufe zündet, sind wir mittendrin – nicht nur als Beobachter, sondern als Mitgestalter.
In diesem Sinne: einen schönen Tag der Sonne wünscht dir das Team von Energie Autonom. Wer Fragen zu seiner eigenen PV-Anlage oder zur kommenden Community hat, erreicht uns wie immer über die Kontaktseite.