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Die Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität

By 27/06/2019 No Comments

Natürlich hinterlassen wir bei Energieautonom mit unserem unternehmerischen Handeln zwangsläufig einen ökologischen Fußabdruck. Als Partnerbetrieb der Initiative Salzburg 2050 haben wir den Anspruch diesen jedoch möglichst klein zu halten und unsere C02-Bilanz zu verbessern. Beispielsweise indem wir möglichst viele Kilometer emissionsfrei zurückzulegen. Wie ökologisch fahren wir mit unseren E-Autos bei Energieautonom aber wirklich? Vor dem Ausbau unserer E-Flotte haben wir uns natürlich die Frage nach der tatsächlichen Ökobilanz von Elektromobilität gestellt.

Die zu erfassen ist gar nicht so einfach. Die Münchner Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat es trotzdem versucht. Die zentrale Erkenntnis ist wenig überraschend: wenn auch im Betrieb selbst kein C02 freigesetzt wird, so fährt man mit E-Autos im Prinzip trotzdem nicht emissionsfrei. Wie das möglich ist? Weil gerade bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Akkus – dem Herzstück von E-Autos – energiebedingte Emissionen von Treibhausgasen anfallen. Der Münchner Forschungsstelle zufolge werden je produzierter Kilowattstunde Batteriekapazität etwa 106 Kilogramm CO2 freigesetzt. Bei 30kWh Kapazität – wie beim Hyundai IONIQ – entspräche das einem Volumen von rund drei Tonnen freigesetzten CO2 in der Herstellung. Nun hat der IONIQ zwar „nur“ eine Reichweite von 230 bis 270 Kilometern. Doch im Vergleich zu einem Verbrenner mit einem Verbrauch von etwa 6 Liter pro 100km fährt der IONIQ mit österreichischem Strom bereits ab 30.000 Kilometern CO2-freundlicher. Danke Wasserkraft! Bei einem durchschnittlichen Fahrverhalten von 14.000 Kilometern pro Jahr amortisiert sich das Fahrzeug ökologisch also bereits nach 2,1 Jahren. Diese Rechnung kann zwar nicht linear auf E-Autos mit höheren Akku-Kapazitäten übertragen werden. Doch selbst wenn sich ein Elektro-Auto, erst nach fünf, acht oder zehn Jahren ökologisch amortisiert, entscheidet ist: es rechnet sich! Wenn man sein Auto mit Grünstrom aus erneuerbaren Energien füttert sogar früher als später.

Elektro versus Kraftstoff – in entsprechenden Vergleichsstudien steckt nicht selten auch kleiner ein Denkfehler. Denn während für die Elektro-CO2-Bilanz die gesamte Lebensdauer des Autos – von der Herstellung über den getankten Strommix bis zur Entsorgung der Batterie – zugrunde gelegt wird, wird bei Kraftstoffautos oftmals „nur“ der CO2-Ausstoß im eigentlichen zum Vergleich herangezogen. Doch auch ein Kraftstoffauto sowie Benzin und Diesel produzieren in der Herstellung Treibhausgasemissionen. Zusätzlich bilden die aktuellsten Studien auch nur den aktuellsten Stand der Technik ab. Diese entwickelt sich aber gerade im Bereich der Elektromobilität rasant weiter. Es ist also zu erwarten, dass sich die positive Ökobilanz von E-Autos in Zukunft noch klarer hervorheben wird.

Ein bis dato ungelöstes Problem ist die Massentauglichkeit von Elektro-Fahrzeugen. Momentan wäre es jedenfalls undenkbar jeden Haushalt mit einem E-Auto aus Grünstrom auszustatten. Um einen entsprechenden Strombedarf zu decken müssten zusätzliche fossile Kraftwerke oder Atomkraftwerke geschaffen werden. Und damit hätte sich die Ökobilanz der Elektromobilität dann wohl erledigt…

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